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Professor Dr. Theodor Brinkmann 

(* 24. April 1877 in Marl; †11. August 1951 in Bonn)

Professor Dr. Theodor BrinkmannTheodor Brinkmann, der Namensgeber der Stiftung, entstammt einer westfälischen Bauernfamilie. Nach dem Studium der Landwirtschaft an der damaligen Landwirtschaftlichen Akademie Bonn-Poppelsdorf folgten vier Studienjahre sowie Promotion und Habilitation in Jena. Anschließend wechselte Brinkmann zurück nach Bonn und wurde 1911 zum ordentlichen Professor und Direktor des Instituts für Landwirtschaftliche Betriebslehre ernannt. Dieses Amt hatte er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1948 inne. Bei der Wiedereröffnung der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn wurde er deren erster Rektor nach dem Ende des zweiten Weltkriegs.


Während seiner aktiven Zeit als Hochschullehrer beschäftigte er sich besonders intensiv mit den Problemen der Ökonomik des landwirtschaftlichen Betriebes. Sein Hauptwerk - mit gleichnamigen Titel - beinhaltete die erste systematische Analyse der Wirtschaftslehre des Landbaus und eine umfassende Interpretation der Thünen’schen Standortlehre für landwirtschaftliche Zwecke. Neben der Ökonomie beschäftigte sich Brinkmann auch intensiv mit den landwirtschaftlichen Produktionswissenschaften. So entstammt u.a. das System der Fruchtfolgegrundrisse seiner Feder. Mit seinem umfassenden Ansatz ist Brinkmann ein herausragender Vertreter einer interdisziplinären systemorientierten Betrachtungsweise. Als einer der bedeutendsten Impulsgeber für eine unternehmerische Landwirtschaft gelten seine Aussagen heute mehr denn je. 

"Mit der von der NS-Preußenregierung verfügten Eingliederung der Hochschule als Landwirtschaftliche Fakultät in die Universität 1934 wurde Brinkmann nun auch dort ordentlicher Professor. Als langjähriges Mitglied der Zentrums-Partei und praktizierender Katholik stand Brinkmann den Nationalsozialisten ohnehin äußerst distanziert gegenüber. Zum moralisch-ideologischen Abstand gesellten sich zudem noch fachliche Differenzen zur nationalsozialistischen Blut-und-Boden-Theorie und insbesondere zur Reichserbhofgesetzgebung. Der reinen Quantifizierung der Landwirtschaftsproduktion widersprach er ebenso rigoros wie auch die Erbregelung die von Brinkmann geforderte Qualifizierung und das Talent des Betriebsleiters konterkarierte. Dafür beriet er erfolgreich das Kloster Fulda im Rechtsstreit mit dem Reich, das auf Bodeneigentum des Klosters einen Truppenübungsplatz errichten wollte. Papst Pius XII. (Pontifikat 1939-1958) verlieh Brinkmann daraufhin 1939 zum Dank das Komturkreuz des Gregoriusordens. Da ein wissenschaftliches Fortkommen auf seinem Spezialgebiet kaum noch möglich war, verlegte Brinkmann seinen Forschungsschwerpunkt auf die Frage der Fruchtfolge." [Quelle]

"Durch die Nachfolge des politisch unbelasteten Brinkmann war die Grundlage für einen Neuanfang nach dem Ende des Nationalsozialismus gelegt. Unmittelbar nachdem amerikanische Truppen am 8./9.3.1945 das Bonner Stadtgebiet erobert hatten, nahm Brinkmann Kontakt zu ihnen auf und bat um Schutz der Universität bei den auf dem rechten Rheinufer noch andauernden Kampfhandlungen." [Quelle]